Naturschutzstation Teichhaus EschefeldAktuelles

Insektensommer am Teichhaus

„Insekten beobachten, an einer bundesweiten Aktion teilnehmen und dabei noch die Natur vor der eigenen Haustür besser kennenlernen“ – das ist das Motto des alljährlich wiederkehrenden NABU- Insektensommers. Am Samstag, den 05. Juni öffnete das Teichhaus zum ersten Mal seit einer langen Ruhephase wieder seine Pforten um gemeinsam mit allen Insektenbegeisterten zu entdecken, was denn so kreucht und fleucht um die Eschefelder Teiche. Stationsleiter Thomas Langbehn und Umweltpädagoge Till Groth stellten bereits in den frühen Morgenstunden Infomaterialien und Sammelhilfen zur Verfügung und konnten so manche Wanderin und manchen Anliegenden Naturfreund mit Wissenswertem über den derzeitigen Stand der heimischen Insektenarten versorgen. Gleichzeitig entstanden viele interessante Gespräche und es zeigte sich, dass sich viele der Einwohner Frohburgs und der umliegenden Gemeinden der schwierigen Situation der Insekten bewusst sind und bereits aktiv in ihren Gärten zum Erhalt der Vielfalt beitragen.

Hinter Bestimmungsliteratur verborgen - Insekten sind mit Abstand die artenreichste Klasse der Tiere - Foto: Till Groth
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Hinter Bestimmungsliteratur verborgen - Insekten sind mit Abstand die artenreichste Klasse der Tiere - Foto: Till Groth

Der Insektensommer ist eine gemeinsame Aktion von NABU und dem Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) und die Ergebnisse der Insektenzählung werden auf der Seite des gemeinsamen Partners naturgucker.de erfasst. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum dritten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 16.300 Menschen mit über 6.300 Beobachtungen. In diesem Jahr dreht sich bei der vom 4. bis 13. Juni und vom 6. bis 15. August stattfindenden gemeinsamen Aktion alles um den Asiatischen Marienkäfer. Seit ungefähr 20 Jahren lebt diese invasive Arte schon in Deutschland. Mit der Hilfe aller beteiligten Bürgerinnen und Bürger wollen wir herausfinden, wie weit sich die invasive Art verbreitet hat und ob der Asiatische Marienkäfer oder der Siebenpunkt-Marienkäfer häufiger zu finden ist. Weitere Kernarten der diesjährigen Zählung sind das Tagpfauenauge (Aglais io), der Admiral (Vanessa atalanta), die Steinhummel (Bombus lapidarius), die Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus), die Gemeine Blutzikade (Cercopis vunerata),die Gemeine Florfliege (Crysoperla carnea) und die Lederwanze (Coreus marginatus).

Neben einigen weiteren Arten konnten im Hofteichgebiet der Naturschutzstation auch der Gemeine Bienenkäfer (Trichodes apiarius) und ein Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) entdeckt werden.

Der Gemeine Bienenkäfer

Bienenwolf auf wilder Moehre - Foto: Hermann Deichfuß NABU Frankenthal
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Bienenwolf auf wilder Moehre - Foto: Hermann Deichfuß NABU Frankenthal

Der Gemeine Bienenkäfer, oder auch „Bienenwolf“ genannt, gehört zur Familie der Buntkäfer (Cleridae) und ist die am häufigsten vorkommende Art der vier in Mitteleuropa verbreiteten Arten der Gattung Trichodes. Allerdings ist er vor allem in Nord-und Ostdeutschland immer seltener geworden. Der ausgewachsene Käfer (10 – 16mm) lebt von Mai bis Juni meist auf den Blüten der Doldenblütler und ernährt sich von anderen Insekten und Pollen. Häufig ist er in sonnigen und warmen Orten wie Gärten anzutreffen. Zur Fortpflanzung sucht er die Nester von Vertretern der Wildbienen, insbesondere von Mauerbienen und Wollbienen zur Eiablage auf. Immer wieder werden „Bienenwölfe“ aber auch bei Honigbienen gefunden, wo sie sich von Puppen, Maden und toten Bienen ernähren, dabei allerdings kaum Schäden hinterlassen.

Trauer Rosenkäfer

Trauer-Rosenkäfer - Foto: Hermann Deichfuß vom NABU Frankenthal
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Trauer-Rosenkäfer - Foto: Hermann Deichfuß vom NABU Frankenthal

Der Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta), bisher in Nordafrika und dem restlichen Mittelmeerraum weit verbreitet, kommt seit einigen Jahren (vermutlich aufgrund von Habitatsverschiebungen im Zuge des  Klimawandels) auch vermehrt vor allem in Süddeutschland und Sachsen vor. War er vor einigen Jahren in Deutschland noch selten und galt als stark gefährdet (Stand 2003), so gilt er inzwischen als ungefährdet. Der zu der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) gehörende Rosenkäfer (Cetoniinae) lebt in Blumen und ernährt sich von Pollen, während die im Boden lebenden Larven einzig Pflanzenwurzeln als Nahrungsquelle nutzen. Rosenkäfer sind schnellstarter unter den Käfern, sie brauchen nicht erst die harten Deckfluegel hochklappen um loszufliegen, ihre Fluegel entfalten sie durch eine Aussparung hinter der Schulter.



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